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Tizz & Tonic: Produktion und Verkauf in der Bremer Innenstadt

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Bio-Unterwäsche made in Bremen – Zwei Kanadierinnen eröffnen Pop-up-Store

EINZELHANDEL
Tizz & Tonic: Produktion und Verkauf in der Bremer Innenstadt
26.4.2018 - Diana Bluhm

Tizz & Tonic Pop-up-StoreGemütlich, flippig, stylisch: Der Pop-up-Store von Tizz & Tonic© Tizz & Tonic

Die beiden Schwestern wuchsen in einer kanadischen Kleinstadt namens Elora nördlich von Toronto auf. Im März 2017 gründeten Imke und Yanna zusammen ihr Label Tizz & Tonic und stellen seitdem biologisch zertifizierte Dessous her. Im Frühjahr 2018 eröffneten sie ihren Pop-up-Store im citylabin der Bremer Innenstadt. Wie kam es dazu?

„Wir sind in einem sehr künstlerischen und farbenfrohen Haus aufgewachsen“, erzählt Imke, die jüngere der beiden Schwestern. Ihre Vater stammt aus England, ihre Mutter aus Deutschland – daher auch die deutschen Vornamen. Die Eltern sind selbst Künstler, das eigene Studio befindet sich im Keller ihres kanadischen Hauses. „Wenn wir uns kreativ ausleben wollten, konnten wir immer in den Keller gehen und unserer Kreativität freien Lauf lassen“, erinnert sich Yanna.

Team Tizz & TonicDie beiden Schwestern gründeten ihr eigenes Mode-Label: Imke und Yanna aus Kanada© Tizz & Tonic

Von der Heimat zu den Wurzeln

Imke hatte schon einmal ihr eigenes Mode-Label – “Johnnywishes”, damals mit 16 Jahren in ihrer Heimatstadt Elora. Drei Jahre lang nähte sie Kleidung, während sie gleichzeitig die High School besuchte. „Ich habe mein Label aufgegeben, um mein Hobby zu studieren“, erklärt die 26-Jährige. Also zog Imke nach Toronto und studierte Modedesign mit dem Schwerpunkt Dessous. Danach folgten einige Nebenjobs und Reisen, die sie 2015 zusammen mit ihrem Freund nach Bremen führte. Ihre Mutter stammt aus Münster und die junge Modedesignerin war neugierig auf ihre norddeutschen Wurzeln geworden. An Bremen gefiel ihr besonders, dass es eine große kreative Szene gibt. Nach und nach kam Imke die Idee, sich erneut in die Selbstständigkeit zu wagen und ein eigenes Mode-Label zu gründen. Kurzerhand rief sie ihre Schwester Yanna an und fragte, ob sie mit im Boot sei.

Yanna war zu dem Zeitpunkt gerade in Spanien und studierte im Auslandssemester Biologie  mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Zusammen entwickelten die Schwestern die Idee, nachhaltige Unterwäsche zu produzieren. „Also bewarb ich mich an der Universität Bremen, bekam den Platz für tropische Ökologie und zog zu Imke“, so die 27-Jährige.

Das eigene Studio entstand durch einen Zufall

Im März 2017 war es dann soweit: Die beiden Schwestern aus Kanada gründeten „Tizz & Tonic“ in Bremen. Die Aufgaben wurden klar verteilt: Imke designt, näht und produziert die Kleidung. Sie ist auch die Stimme in den sozialen Medien. Yanna hält sich im Hintergrund, kümmert sich um Materialrecherche und die Zuschnitte der Stoffe. Dass sie jetzt einen eigenen Pop-up-Store haben, war eher ein Zufall, meinen die Kanadierinnen. „Wir waren eigentlich auf der Suche nach einem Studio, um die Unterwäsche dort herzustellen“, erzählt Imke. Bisher schneiderte sie alles in ihrer Wohnung. „Bei unserer Erstberatung im Starthaus Bremen, haben wir vom citylab erfahren. Da hat einfach alles sofort gepasst.“ Sie nahmen Kontakt zu Karin Take, Projektleiterin für die Region Bremen-Mitte bei der Wirtschaftsförderung Bremen, auf. Sie war es auch, die ihnen dazu riet, den Laden als Pop-up-Store zu nutzen. Gesagt, getan.

Der Pop-up-Store von Tizz & TonicDer neue Laden hat vorn eine gemütliche Verkaufsfläche und hinten wird genäht und verpackt.© Tizz & Tonic

Gemütliche Sessel an der Fensterfront und Fotos in Bilderrahmen an der Wand - der Laden erinnert an ein wohliges Wohnzimmer. Bewusst gewählte Wohlfühlatmosphäre. Nur hängt hier überall stylische Unterwäsche an Kleiderstangen und auf Auslagen. Der hintere Teil des Geschäfts ist zugleich Werkstatt, hier gibt es Tische zum Schneiden der Stoffe und Verpacken der fertigen Unterwäsche und Loungewear. Daneben stehen die Nähmaschinen. Die Schwestern verkaufen ihre Ware auch über die eigene Website. Das alles zu produzieren und zu versenden, hat vor allem Imke schon so einige lange Nächte beschert. „Jetzt, da ich nicht mehr zu Hause arbeite, sondern einen richtigen Arbeitsplatz habe, haben sich die Arbeitszeiten etwas normalisiert“, lacht Imke. Gut zu tun, hat sie immer noch.

Gut für Mensch und Umwelt

Wichtig war den beiden Kanadierinnen vor allem, dass die gekauften Stoffe fair hergestellt und biologisch zertifiziert sind. Deshalb sind viele Stoffe aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle. GOTS steht für Global Organic Textile Standard und versichert, dass die Stoffe nachhaltig hergestellt wurden – von natürlichen Rohstoffen bis zur umwelt- und sozialverantwortliche Fertigung. 

Die bedruckten Textilien sind nach dem ÖKO-TEX Standard 100 hergestellt. Dieser versichert, dass keine Chemikalien verwendet wurden, die schädlich für die Haut sein könnten. Auf lange Sicht würden Imke und Yanna gern komplett GOTS-zertifizierte Textilien anbieten. Dafür müssten sie aber sehr große Mengen der Stoffe einkaufen, was sie zurzeit als Start-up nicht finanzieren können. Auch in anderen Bereichen achten sie auf Nachhaltigkeit. So sind die Visitenkarten aus recyceltem Papier und auch die Verpackungen zu 100 Prozent recycelbar. Ihren Abfall versuchen die Kanadierinnen so gering wie möglich zu halten. „Wir verarbeiten die Reststoffe, die bei der Produktion anfallen, weiter. Ich nutze sie für die Schlafmasken oder als kleine Taschen auf den T-Shirts“, erklärt Imke.

Unterwäsche von Tizz & TonicSchick und bequem: die Unterwäsche von Tizz & Tonic für jede Frau© Tizz & Tonic

Zukunftspläne

Für die Zukunft haben die beiden sich vor allem eines vorgenommen: „Deutsch lernen“, sagen Imke und Yanna schmunzelnd. Ihre Mutter hat zwar früher mit ihnen auf Deutsch geredet, aber beide haben nur auf Englisch geantwortet. Weit und breit hat niemand Deutsch gesprochen und daher ist es schnell untergegangen. Umso mehr versuchen sie es jetzt nachzuholen und besuchen Kurse. Ihre Mutter ist stolz, dass die Töchter den deutschen Lebensstil und ihre Kultur näher kennenlernen. „Sie freut sich, uns und auch ihre Heimat mindestens zweimal im Jahr zu besuchen“, erzählt Yanna.

„Wir hoffen auch, dass noch mehr reifere Frauen unsere Unterwäsche kaufen“, so Imke. „Die Dessous sind wirklich für alle Frauen geeignet.“ Was nach dem Pop-up-Store kommt, wissen die Schwestern noch nicht. Erst einmal das Jahr genießen, arbeiten und Erfahrungen sammeln. „Ein Schritt nach dem anderen“, sagt Yanna. „Aber wir freuen uns auf das, was kommt.“

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